Das Hl. Grab

Über viele Jahre war es Tradition, dass in den katholischen Kirchen über die Kar- und Ostertage das Heilige Grab aufgestellt wurde. Es stellt bildhaft die Geschehnisse der Ostertage dar. Im Mittelpunkt stehen am Karfreitag die Aufbahrung des Leichnams und in der Osternacht die Figur des Auferstandenen.

Auch in der Pfarrkirche Beidl gab es ein Heiliges Grab, das über Jahrzehnte im Bereich des Seitenaltares aufgestellt wurde. „Vermutlich Ende der 1950er Jahre wurde es zum letzten Mal aufgestellt,“ so Michael Vollath, der bei älteren Bewohnern des Ortes versuchte, Informationen zu erhalten. Darauf gekommen war man im Jahr 2018, als der Dachboden des Kooperatorhauses in Beidl ausgeräumt wurde. Hier kamen ein Glaskreuz, Bilder und Figuren zum Vorschein, die keiner zuordnen konnte. Vollath sprach mit Franz Kulzer aus Beidlmühle, der sich noch an das Heilige Grab erinnern konnte, und schilderte ihm die Funde auf dem Dachboden. Er konnte bestätigen, dass es sich bei diesen Teilen um das Heilige Grab handelt.

Von diesen Informationen gepackt nutzte Pfarrgemeinderatssprecher Michael Vollath die freie Zeit während der Corona-Pandemie und recherchierte im Internet. Er stieß auf Bilder, die ähnliche Figuren und Darstellungen zeigten wie die Fundstücke in Beidl. Aus den Rechercheergebnissen folgerte er, dass das Heilige Grab vermutlich von der Manufaktur Baltasar Kraft in Pfaffenhofen an der Ilm gefertigt und zwischen 1860 und 1870 nach Beidl geliefert wurde.

Die Fundstücke lagerte Michael Vollath bei sich ein und mit Helfern versuchte man, die Kulissen grob aufzustellen. Dabei stellte man fest, dass alle Kulissen vorhanden sind und nur die Unterkonstruktion unvollständig sei. Es gab natürlich keine Pläne für die Rekonstruktion. Durch weitere Recherche war es dem Schreinermeister Vollath allerdings möglich, in 250 Stunden ehrenamtlicher Arbeit die fehlenden Teile zu rekonstruieren. Auch die Mechanik, durch die der Leichnam im Grab versenkt und der Auferstandene nach oben gezogen werden kann, war teilweise vorhanden und wurde überarbeitet. Einige großflächige Kulissen malte Vollath auf Holz nach, da die Originalleinwände nicht mehr in bestem Zustand waren.

Erstmals nach über 60 Jahren war es am Gründonnerstag nach der Ölbergwache so weit und das Heilige Grab, das aus 50 Einzelteilen besteht, wurde wieder aufgestellt. Dazu kam noch eine Vielzahl von Kerzen und bunten Glaskugeln, die das Grab schmücken. Michael Vollath und sechs fleißige Helfer machten sich an die Arbeit und stellten in gut zwei Stunden das Heilige Grab auf. An seinem höchsten Punkt ist es rund sechs Meter hoch und in der Breite misst es vier Meter.

Pfarrer Thomas Thiermann lädt alle Interessierten, die das Grab nicht bereits am Karfreitag gesehen haben, ein, dies noch bis Montag, 25. April, in der Kirche Mariä Himmelfahrt in Beidl zu besuchen.

Quelle: https://www.onetz.de/oberpfalz/beidl-ploessberg/heiliges-grab-dachboden-beidl-entdeckt-id3494877.html

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